Unsere Welt wird immer digitaler – und gleichzeitig kurzlebiger. Smartphones, Laptops, Server und Netzwerktechnik werden oft schon nach wenigen Jahren ersetzt, obwohl sie technisch noch funktionieren könnten. Genau hier setzt das Right to Repair, also das „Recht auf Reparatur“, an. Die entsprechende EU-Richtlinie aus 2024, die aktuell in nationales Recht, übertragen wird, ist aus Sicht vieler Experten mehr als Politik: Es ist ein grundlegender Wandel im Umgang mit Technologie, Ressourcen und Verantwortung.
Was bedeutet Right to Repair?
Das „Right to Repair“, zu Deutsch „Recht auf Reparatur“, beschreibt das Recht von Verbrauchern und Unternehmen, elektronische Geräte per Gesetz auch nach der Garantiezeit einfach und unabhängig reparieren zu lassen oder selbst zu reparieren. Es richtet sich gegen Praktiken vieler Hersteller, die Reparaturen erschweren oder verteuern.
Konkret bedeutet das:
- Ersatzteile-Verfügbarkeit: Elektronik muss vorhanden sein
- Reparaturanleitungen dürfen nicht geheim gehalten werden
- Software darf Reparaturen nicht blockieren
- Geräte sollen reparaturfreundlich konstruiert sein
Unternehmen wie Apple oder Samsung standen lange in der Kritik, weil sie Reparaturen durch spezielle Schrauben, verklebte Bauteile oder Software-Sperren erschwert haben.
Das Ziel des Right to Repair ist klar: Produkte sollen länger genutzt werden können, statt frühzeitig im Müll zu landen.
Wann wird die EU-Richtlinie in Deutschland gelten?
Die Europäische Union treibt die 2024 beschlossene EU Right to Repair Richtlinie aktiv voran. Für Deutschland bedeutet das, dass die Richtlinie zunächst in nationales Recht umgesetzt werden muss. Dies geschieht voraussichtlich bis Juli 2026. Ein erster entsprechender Gesetzesentwurf wurde vom Bundesjustizministerium im Januar 2026 veröffentlicht. Danach gelten verbindliche Regeln für Hersteller und Händler.
Reparaturen auch nach Ablauf der Garantiezeit
Ein zentraler Punkt ist die Verpflichtung, Reparaturen auch nach Ablauf der Garantiezeit zu ermöglichen – zu fairen Bedingungen. Zusätzlich sollen Verbraucher besser informiert werden, etwa durch Reparierbarkeitsbewertungen oder transparente Angaben zur Lebensdauer.
Entscheiden sich Verbraucher bei einem mangelhaften Produkt, es reparieren zu lassen, obwohl sie auch eine Neulieferung verlangen könnten, soll sich die Gewährleistungsfrist gegenüber dem Verkäufer von zwei auf drei Jahre verlängern. So soll es attraktiver werden, ein Produkt reparieren zu lassen, statt es auszutauschen. Die Dauer der Beweislastumkehr, bei der vermutet wird, dass ein Mangel bereits bei Übergabe vorhanden war, verbleibt unverändert bei einem Jahr.
Wichtig für Unternehmen: Diese Regelungen gelten nicht nur für Konsumgeräte, sondern zunehmend auch für IT-Infrastruktur und professionelle Hardware.
Für welche Gerätegruppen gilt das Recht auf Reparatur“?
Zunächst gilt das Recht auf Reparatur ausschließlich für Produkte, die die Ökodesign-Anforderungen erfüllen und in Ökodesign-Verordnungen erfasst sind. Diese Limitierung wird aktuell kritisiert. Einige Experten befürchten weiterhin, dass Reparierbarkeit und Innovation nicht immer vereinbar seien und geben zu bedenken, dass fehlerhafte Reparaturen zu Defekten oder im Falle von Akkus sogar Bränden verursachen könnten. Entsprechend wichtig ist es für Verbraucher und Unternehmen, auf erfahrene und zertifizierte Reparaturbetriebe zurückzugreifen.
Diese Auswirkungen hat Right to Repair auf die Kreislaufwirtschaft
Die Richtlinie überwiegend positiv aufgenommen. Die Vorteile stehen klar im Fokus. Die Bedeutung des Recht auf Reparatur wird besonders deutlich, wenn man sich die Dimensionen des zugrundeliegenden Problems anschaut.
So viel IT-Abfall entsteht jedes Jahr
Weltweit fallen jährlich über 50 Millionen Tonnen Elektroschrott an – Tendenz steigend. Ein großer Teil davon stammt aus IT- und Telekommunikationsgeräten.
Das Problem:
- Viele Geräte sind technisch noch nutzbar
- Reparaturen sind oft unwirtschaftlich oder unmöglich
- Recycling erfolgt nur teilweise effizient
Wie hoch sind die Kosten für Neuanschaffungen?
Unternehmen geben jedes Jahr Milliardenbeträge für neue Hardware aus. Jedoch geschieht dies häufig nicht, weil bestehende Systeme tatsächlich unbrauchbar geworden sind. Vielmehr sind es äußere Faktoren wie auslaufender Herstellersupport, fehlende Ersatzteile oder nicht mehr bereitgestellte Software-Updates, die einen Austausch erzwingen.
Genau an diesem Punkt setzt das Right to Repair an. Es ermöglicht, nachhaltige IT-Strategien in Unternehmen wirklich zu leben. So lassen sich bestehende IT-Systeme länger wirtschaftlich zu betreiben und gleichzeitig wird die Notwendigkeit von Neuanschaffungen erheblich reduziert. Dadurch bleiben Geräte länger im Einsatz, vorhandene Ressourcen werden effizienter genutzt und die Abhängigkeit von kontinuierlicher Neuproduktion sinkt. Gleichzeitig wird die Kreislaufwirtschaft gestärkt, da Produkte nicht vorschnell ersetzt, sondern sinnvoll weiterverwendet werden.
Was passiert, wenn Hersteller ihrer Verpflichtung nicht nachkommen?
Mit der neuen Gesetzgebung wird das Recht auf Reparatur nicht länger nur eine unverbindliche Empfehlung sein, sondern eine klare Verpflichtung für Hersteller. Unternehmen, die diesen Anforderungen nicht nachkommen, müssen mit spürbaren Konsequenzen rechnen. Dazu zählen unter anderem Bußgelder und rechtliche Maßnahmen, aber auch mögliche Verkaufsbeschränkungen innerhalb der Europäischen Union. Darüber hinaus droht ein erheblicher Reputationsverlust, der sich negativ auf das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern auswirken kann.
Unternehmen können Rechte einfacher einfordern
Gleichzeitig wird es für Unternehmen und Verbraucher deutlich einfacher, ihre Rechte einzufordern. Das stärkt nicht nur ihre Position gegenüber den Herstellern, so
ndern fördert auch den Wettbewerb insgesamt. Hersteller werden zunehmend gezwungen sein, sich an offenen Standards zu orientieren und Produkte so zu gestalten, dass sie langlebig und reparaturfreundlich sind. Langfristig dürfte sich dadurch ein Markt entwickeln, in dem Reparaturfähigkeit zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.
Das bedeutet das “Right to Repair” für IT-Verantwortliche
Für IT-Entscheider in Unternehmen ist das Right to Repair ein echter Wendepunkt. Denn: Eine längere Nutzungsdauer wird zur Norm. Hardware muss nicht mehr nach wenigen Jahren ersetzt werden. Stattdessen wird es möglich, die Hardware-Lebensdauer zu verlängern und Systeme:
- gezielt zu reparieren
- aufzurüsten
- weiterzuverwenden
Support: Neue Anforderungen an Hersteller
Im Zuge des Right to Repair entstehen auch neue Anforderungen an Hersteller, insbesondere im Bereich Support. Sie werden zunehmend dazu verpflichtet, ihre Produkte über einen längeren Zeitraum zu unterstützen oder geeignete Alternativen bereitzustellen. Dazu gehören unter anderem verlängerte Software- und Sicherheitsupdates, die Bereitstellung offener Schnittstellen sowie in einigen Fällen sogar eine teilweise Öffnung hin zu Open-Source-Lösungen. Diese Entwicklungen tragen dazu bei, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern zu reduzieren und stärken gleichzeitig die technologische Souveränität von Unternehmen.
Refurbishment wird strategisch wichtig
Die Wiederaufbereitung von IT-Systemen, auch Refurbishment genannt, gewinnt im Zuge des Recht auf Reparatur zunehmend an strategischer Bedeutung. Für Unternehmen wird es wirtschaftlich immer attraktiver, bestehende Hardware weiterzuverwenden, anstatt sie frühzeitig zu ersetzen. Dies liegt vor allem an den geringeren Investitionskosten, einer nachhaltigeren Beschaffung sowie der effizienteren Nutzung bereits vorhandener Ressourcen.
In der Praxis bedeutet das: Anstatt regelmäßig in neue Systeme zu investieren, können Unternehmen ihre bestehende IT länger betreiben und gezielt modernisieren. Für viele Organisationen lohnt es sich daher mehr denn je, die Lebensdauer ihrer IT-Infrastruktur zu verlängern und so sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile zu realisieren.
So unterstützt Evernex Unternehmen dabei, ihr Recht auf Reparatur wahrzunehmen
Ein zentraler Akteur in diesem Wandel ist Evernex. Evernex ist darauf spezialisiert, Organisationen dabei zu helfen, ihre IT nachhaltiger und unabhängiger zu betreiben. Die IT-Refurbishment Vorteile kommen Unternehmen direkt zugute und wirken sich auf Kosten und Nachhaltigkeit aus.
In diesem Kontext bietet Evernex Third-Party Maintenance für IT (TPM) – also IT Wartung ohne Hersteller bzw. unabhängig vom Hersteller. Das bedeutet:
- Support auch nach Ende des Herstellersupports
- Global schneller Zugang zu Ersatzteilen
- schnelle Reparaturen weltweit
Globale Ersatzteilversorgung und Förderung der Kreislaufwirtschaft
Im Bereich der globalen Ersatzteilversorgung und der Förderung der Kreislaufwirtschaft unterstützt Evernex Unternehmen mit einem umfassenden Ansatz. Durch ein internationales Netzwerk stellt Evernex sicher, dass benötigte Komponenten langfristig verfügbar bleiben – selbst für ältere Systeme, die vom Hersteller oft nicht mehr unterstützt werden.
Gleichzeitig liegt ein besonderer Fokus auf der Wiederaufbereitung von IT-Hardware. Dazu zählen der Einsatz von refurbished Ersatzteilen, die gezielte Wiederverwendung von Komponenten sowie der Fokus auf Elektroschrott reduzieren in der IT. Auf diese Weise können Unternehmen nicht nur ihre IT-Kosten optimieren, sondern auch einen aktiven Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.
Strategische Beratung
Evernex hilft Unternehmen dabei, das Right to Repair nicht nur operativ umzusetzen, sondern als strategischen Vorteil zu nutzen. Im Rahmen der strategischen Beratung werden Unternehmen dabei unterstützt, ihre IT-Strategie grundlegend neu auszurichten und an die Anforderungen des Right to Repair anzupassen. Dabei stehen insbesondere die Optimierung von Kosten, das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen sowie die Reduzierung von Abhängigkeiten von einzelnen Herstellern im Fokus.
Durch eine gezielte Analyse und Anpassung der bestehenden IT-Landschaft können Organisationen ihre Ressourcen effizienter einsetzen und langfristig resilienter agieren.
Sichern Sie Ihr Right-to-Repair mit Evernex SPaaS
Entdecken Sie, wie Evernex mit SPaaS (Spare Parts as a Service) den schnellen Zugriff auf kritische Ersatzteile ermöglicht – für mehr Unabhängigkeit, längere Hardware-Lebenszyklen und die wirtschaftliche Reparatur Ihrer IT-Systeme.
Fazit: Ein Wendepunkt für Technologie und Nachhaltigkeit
Das Right to Repair ist weit mehr als eine technische oder rechtliche Anpassung. Es ist ein Paradigmenwechsel im Umgang mit Technologie.
Während dieser Paradigmenwechsel für Verbraucher vor allem mehr Kontrolle und geringere Kosten bedeutet, eröffnet er für Unternehmen neue Möglichkeiten, IT effizienter und nachhaltiger zu betreiben – und damit den eigenen ökologischen Fußabdruck deutlich zu reduzieren und gleichzeitig Kosten zu sparen. Für die Umwelt ist Right to Repair ein entscheidender Schritt hin zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.
Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie wird sich in den kommenden Jahren vieles verändern. Wer sich frühzeitig darauf einstellt, kann nicht nur Kosten sparen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.
Die Zukunft gehört nicht denen, die am schnellsten ersetzen – sondern denen, die am klügsten erhalten.
FAQ: Right to Repair und die Rolle von Evernex
Was bedeutet Right to Repair für Unternehmen konkret?
Das Right to Repair ermöglicht es Unternehmen, ihre IT-Systeme länger zu nutzen, zu reparieren und unabhängig vom Hersteller zu betreiben. Dadurch lassen sich Kosten senken und die Lebensdauer von Hardware deutlich verlängern.
Wie unterstützt Evernex Unternehmen beim Right to Repair?
Evernex bietet herstellerunabhängige Wartung (Third-Party Maintenance), Ersatzteilversorgung und Reparaturservices. So können Unternehmen ihre Systeme auch nach Ablauf des Herstellersupports zuverlässig weiterbetreiben.
Welche Vorteile bieten Third-Party Maintenance (TPM)?
Third-Party Maintenance (TPM) und Kreislaufwirtschaft bieten IT-Unternehmen vor allem deutliche Kosteneinsparungen und mehr Flexibilität. Durch herstellerunabhängige Wartung können Systeme länger betrieben werden, während Refurbishment und Wiederverwendung Ressourcen schonen und Elektroschrott reduzieren. Gleichzeitig sinkt die Abhängigkeit von Herstellern – und Unternehmen gewinnen mehr Kontrolle über ihre IT-Strategie.
Wie trägt Evernex zur Nachhaltigkeit bei?
Durch die Verlängerung der Hardware-Lebensdauer und den Einsatz von Refurbishment-Lösungen hilft Evernex, Elektroschrott zu reduzieren. Unternehmen können so ihre Nachhaltigkeitsziele besser erreichen und Ressourcen schonen.
Lohnt sich Right to Repair auch für große IT-Umgebungen?
Ja, gerade in großen IT-Infrastrukturen sind die Einsparpotenziale besonders hoch. Mit Unterstützung von Evernex können Unternehmen ihre Systeme effizienter betreiben, Kosten optimieren und gleichzeitig ihre technologische Unabhängigkeit stärken.


